Linux Mint (17) - Handbuch/FAQ - Vers. 1.0 - 2014 - [german]

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Linux Mint (17) - Handbuch/FAQ - Vers. 1.0 - 2014 - [german]

Postby andklein on Sat Jun 14, 2014 3:50 pm

Guten Tag.

Es gibt mal wieder eine neue Version des Handbuch für Linux Mint. Viel Spaß beim Lesen.

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort
2. Linux Mint hat einen Unterbau und das ist nicht der Linux-Kernel
3. Ubuntu noch ein wenig näher beleuchtet
4. Und wo sind da jetzt die Parallelen?
5. Linux Mint näher beleuchtet, für die Aufklärung
6. Frequently Asked Questions (FAQ)
6.1. Wie kann ich bei Plymouth (dem Bootsplash) das Aussehen ändern?
6.2. Die dortige Auswahl reicht mir nicht. Woher krieg ich neue?
6.3. Und wie deaktiviere ich Plymouth nun ganz, wenn ich den nicht brauche?
6.4. Wie kann ich eigentlich den Mauszeiger, Ordner-Icons usw. ändern?
6.5. Wie kann ich ein PPA hinzufügen?
6.6. Gibt es irgendwie eine aktuelle Kernel-Version?
6.7. Muss ich Linux Mint eigentlich defragmentieren?
6.8. Brauch ich ein Virensystem?
6.9. Muss ich "Datenmüll" entfernen?
6.10. Und wie Pflege ich mein System?
6.11. Kann ich Google Chrome installieren?
7. Weiterführende Links

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1. Vorwort

Sehr geehrter Leser,
Sehr geehrte Leserin,
Sehr geehrter Linux Mint-Nutzer,

nun, mit einiger Verzögerung erscheint druckfrisch das Handbuch zur aktuellen Linux Mint-Version. Auf Grund der speziellen Version von Linux Mint (Long Term Support, letzte Version für zwei Jahre) wurde dieses Nachschlagewerk von Grund auf komplett neu überarbeitet, strukturiert und konzipiert. Bitte bedenken Sie immer daran, wenn sie Linux verwenden, dass nichts von dem hier niedergeschriebenen für alle Distributionen gilt. Es gibt zwar sehr viele Parallelen unter den Distributionen und den Funktionsweisen, doch um eine Allgemeingültigkeit auszusprechen reicht das noch lange nicht. Dieses Handbuch bezieht sich vor allem auf die Linux Mint-Version 17, mit der Desktopumgebung Cinnamon und in der 64 Bit-Variante. Die anderen Linux Mint-Versionen sind vom Grund her genau so aufgebaut wie diese Version, sie unterscheiden sich nur von der verwendeten Desktopumgebung und einigen kleinen Feinheit, die jedoch den normalen Nutzer - insbesondere den Einsteiger - ohnehin nicht interessieren werden. Wer nun jedoch eine längere Zeit Linux verwendet, der wird irgendwann dahinter steigen, welche Feinheiten genau gemeint sind.

Da Linux Mint in der Welt der Distributionen immer weiter aufsteigt und sich als „Umsteiger- und Einsteigerdistribution“ etabliert wird es als notwendig erachtet so viel Dokumentation wie möglich bereitzustellen. Jeder der einmal mit Linux angefangen hat weiß, wie verwirrend einige Tatsachen zu Beginn sein können und in welchem Umfang man Literatur lesen muss, um hinter alle Anwendungsgebiete zu steigen. Appropos Anwendungsgebiete: Die meisten Internetseiten die Sie tagtäglich besuchen würden ohne Linux relativ alt aussehen. Große Rechenzentren setzen auf ihren Servern eine auf Linux basierende Distribution ein. Gut, dass mag jetzt nicht unbedingt Linux Mint sein, man wird eher Debian antreffen, doch das veranschaulicht nun einfach ganz allgemein die Tragweite, die eine Distribution haben kann.

Gerade eine Linuxdistribution lebt davon, dass eine starke Community hinter ihr steht. Bei Linux Mint ist die Community immer mehr am Wachsen. Auch wurden die Sourcecodes einiger Projekte auf öffentlichen Plattformen wie beispielsweise Github verteilt, da es heutzutage für eine kleine Entwicklergemeinde nicht mehr möglich ist ein so kompliziertes Projekt wie ein Betriebssystem am Laufen zu halten. Durch das Outsourcen auf Github haben die Entwickler die Möglichkeit andere Entwickler auf ihre Arbeit schauen zu lassen, sogenanntes Code-Review. So wird die Codequalität verbessert und die Entwickler haben noch dazu die Möglichkeit Fehler schneller zu finden und auszubessern.

2. Linux Mint hat einen Unterbau und das ist nicht der Linux-Kernel

Diese Aussage wird den ein oder anderen Einsteiger auf den ersten Blick mit Sicherheit verwirren. Viele denken nämlich, dass Linux Mint eine Distribution ist, die den Linux-Kernel implementiert und dann alle Funktionen zur Verfügung stellt. Genau genommen ist es so, dass Linux Mint für seinen Hauptentwicklungszweig die Distribution Ubuntu als Unterbau hat und nur einige wenige Programme selbst zur Verfügung stellt. Der Hauptunterschied ist meist die Vorkonfiguration einer Distribution, die verschiedenen Desktopumgebungen und anderes. Deswegen entscheiden sich Maintainer (Hauptentwickler einer Distribution) meist dazu ihr eigenes Projekt zu starten, da sie andere Zusammensetzungen der Komponenten oder eine bessere Konfiguration dieser erwarten. Zudem kann es auch immer der Fall sein, dass die grafische Aufmachung (Logos, Buttons, etc.) nicht den Wünschen eines Maintainers entsprechen und er diese von Grund auf neu gestalten möchte.

Der nebenher laufende Entwicklungszweig von Linux Mint ist die Linux Mint Debian Edition. Dort wird, wie der Name schon verrät, die Distribution Debian (genauer genommen der Testing-Branch) als Unterbau genommen und darauf die Desktopumgebung gesetzt. Ansonsten sind die beiden Editionen nahezu identisch. Bis auf den Punkt, dass die LMDE ein sogenanntes Semi-Rolling-Release bereitstellt. Dies nennt man so, da die Distribution nicht alle paar Monate/Jahre neu erscheint sondern nur alle Zeit einmal mit Updatepaketen versorgt wird. Wer einmal den Unterschied der beiden Unterbauten ausprobieren möchte, kann ruhig mal beide Systeme parallel installieren. Man wird kaum einen Unterschied feststellen, außer das bei Debian einige Sachen nicht funktionieren, die beim Ubuntu-Unterbau gehen.

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3. Ubuntu noch ein wenig näher beleuchtet

Ubuntu ist eine Distribution die Debian als Unterbau verwendet. Irgendwie schließt sich hier scheinbar ein Kreis, der immer wieder zu Debian zurückführt. Ubuntu wird in seiner Entwicklung finanziell vom Unternehmen Canoncial Ltd. unterstützt, dass die Entwicklung massiv vorantreibt.

In etwa im Oktober 2004 erblickte Ubuntu das erste Mal das Licht der Welt. Ist also schon gut 10 Jahre alt, was der Bekanntheit oder dem Erfolg der Distribution nicht geschadet hat. Wenn man 100 Leute frägt, ob sie denken, dass Ubuntu altmodisch sei oder gar unmodern, dann würden diese wohl allesamt widersprechen. Vor allem die Desktopumgebung Unity lässt die Distribution modern erscheinen und ist für die meisten Einsteiger von Beginn an relativ einfach zu bedienen. Appropos Einsteiger: Auch Ubuntu hat es sich zum Ziel gemacht einsteigerfreundlich zu sein. So sind die wichtigsten Programme, die man für die tägliche Arbeit am Rechner braucht, bereits vorinstalliert und man kann das System schon verwenden, sobald die Installation abgeschlossen ist. Aber nicht nur die Einfachheit der Distribution trägt zu ihrem Erfolg bei. Die großen Softwarequellen, aus denen mehrere tausend Programme installiert werden können, sind schuld daran. Ebenso wie die zusätzlichen PPAs (Personal Package Archive). Diese stellen nochmal einige tausend Programme, oder Aktualisierungen der vorhandenen Software, zur Verfügung und können über einige wenige Terminalbefehle in das System eingebunden werden. Genau wie Linux Mint eine Abspaltung von Ubuntu ist gibt es noch eine reihe weiterer direkter Abkömmlinge von Ubuntu, wovon die meisten sogar offiziell von der Canoncial Ltd. anerkannt worden sind und somit im Zusammenhang mit Ubuntu meist genannt werden. Die Abspaltungen unter Ubuntu haben meist zum Ziel die verschiedenen Gruppen von Anwendern oder schwächere Computerhardware anzusprechen. So soll beispielsweise Lubuntu (Ubuntu mit LXDE als Desktopumgebung) älteren Computern wieder Leben einhaufen und dafür sorgen, dass diese nicht auf dem Müll landen müssen. Xubuntu hingegen soll alle Freunde der XFCE-Desktopumgebung ansprechen, genau wie das bei Kubuntu mit KDE auch der Fall ist. Wer es so nennen mag, der kann ruhig sagen, dass es sich bei Linux in 85% der Fälle nur darum dreht, die für sich passende Desktopumgebung zu suchen. Oder die Philosophie des Maintainers in der Entwicklung zu teilen. Gut, es gibt auch noch Distributionen mit speziellen Einsatzgebieten, doch diese sind meist nur kleine Randerscheinungen.

Dieses Jahr hat Ubuntu mit seiner Version 14.04 eine Long Term Support-Version vorgestellt, kurs LTS. Eine solche Version zeichnet sich immer dadurch aus, dass sie fünf Jahre lang mit Sicherheitsaktualisierungen versorgt wird, die bequem per Update eingespielt werden, ohne das die Installation einer neuen Version erfolgen muss. Der Nachteil ist allerdings meist auch, dass an solchen Versionen in den Jahren des Supportzeitraums keine all zu großen Änderungen vorgenommen werden, sondern sich die Entwickler meist nur auf Bugfixes beschränken, um das System so stabil wie nur irgend möglich zu gestalten. Doch es gibt auch noch einen anderen Weg. Jedes halbes Jahr erscheint von Ubuntu aus eine Version, die keinen LTS-Zusatz hat. In dieser Version werden die Pakete grundlegend aktualisiert, der Kernel - sofern vorhanden - aktualisiert und einige großere Änderungen vorgenommen. Es kann auch ab und an dazu kommen, dass vorinstallierte Pakete durch andere ausgetauscht werden. Zum Beispiel wenn eine gravierende Sicherheitslücke im Programm entdeckt wird und der Entwickler diese über einen längeren Zeitraum hinweg nicht schließt.

Ubuntu selbst ist jedoch nicht nur für den Desktop konzipiert. Nach CentOS oder Debian belegt es in etwa den dritten Platz, wenn man Umfragen und Statistiken darüber verfolgt, welches die meistgenutzten Server-Distributionen sind. Wikipedia beispielsweise wird auf Servern gehostet, die alle unter Ubuntu laufen.

Unterschiede zu Windows, die wohl größten, sind: Man muss nach einem Systemupdate keinen Neustart machen, da Ubuntu selbst die notwendigen Prozesse beendet, die updatet und danach wieder startet. Auch wird die Hardwarekonfiguration nicht auf der Festplatte gespeichert, sondern beim Systemstart automatisch erkannt. So ist unter Ubuntu ein Tausch von Hardware kein so großes Problem wie unter Windows - in den meisten Fällen zumindest.

Die derzeit aktuelle Version 14.04 erhält Unterstützung bis zum Juli 2019.

4. Und wo sind da jetzt die Parallelen?

Da Linux Mint Ubuntu als Unterbau verwendet erbt Linux Mint natürlich auch alle Vorteile (so wie Nachteile, wenn sich welche ergeben). In Linux Mint kann man ebenso wie unter Ubuntu PPAs hinzufügen, man erhält bis zum Juli 2019 Sicherheitsaktualisierungen und kann auf das riesen Programmarchiv von Ubuntu zugreifen. Linux Mint verweist nämlich in seinen Repositorys direkt auf die Ubuntu-Mirrors. Wie man das nun für sich persönlich einschätzt, ob gut oder schlecht, das bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Ubuntu-Liebhaber würden, trotz der engen Verbundenheit, immer behaupten, dass Linux Mint ein komplett anderes System ist, obwohl dies nur an sehr wenigen Stellen zutrifft.

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5. Linux Mint näher beleuchtet, für die Aufklärung

Eigentlich ist das meiste zu Linux Mint schon gesagt worden, irgendwo in diesem Text. Doch vielleicht war Ihnen nicht so klar, dass sie gerade Infos über Linux Mint lesen, vielleicht weil ein anderer Name einer Distribution genannt wurde. Zusammenfassend kann man also folgendes sagen:

- Linux Mint baut auf Ubuntu auf, genauer gesagt auf die aktuelle LTS-Version
- Linux Mint greift auf die Paketquellen von Ubuntu zu
- Linux Mint erhält genau so lange Sicherheitsaktualisierungen wie Ubuntu
- Linux Mint wird ab der Version 17 nur noch alle zwei Jahre erscheinen, damit die Entwickler sich voll und ganz auf die Weiterentwicklung konzentrieren können; es wird jedoch Zwischenversionen geben, die dann 17.x heißen werden
- Linux Mint ist eine kostenlose Distribution
- Linux Mint ist dabei eine entscheidende Rolle auf Desktoprechnern einzunehmen
- Linux Mint wird in den Versionen Cinnamon, XFCE, KDE, MATE ausgeliefert, um den Großteil der Linuxuser zufrieden zu stellen
- Linux Mint gibt es in der 32-Bit- und 64-Bit-Version
- Linux Mint hat einige Eigenentwicklungen, wie beispielsweise: Mintwelcome, Mintstick, Mintnanny, Mintsource, MDM, Cinnamon, Mintinstall, Mintbackup, Mintstick, usw.

6. Frequently Asked Questions (FAQ)
6.1. Wie kann ich bei Plymouth (dem Bootsplash) das Aussehen ändern?
Dazu muss ein Terminal geöffnet und folgender Befehl eingetippt werden
Code: Select all
sudo update-alternatives --config default.plymouth


Man erhält dann eine Auswahl in der man per Nummerneingabe sein Design auswählen kann. Um die Auswahl zu bestätigten muss man mit Hilfe des Tools update-initramfs ein neues initrd.img erzeugen. Dies geschieht über folgenden Code
Code: Select all
sudo update-initramfs -u -k all


Die angezeigte Warnung kann man im Übrigen ignorieren.

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6.2. Die dortige Auswahl reicht mir nicht. Woher krieg ich neue?
Ihr könnt diese Seite besuchen: LinuxMint-Art

Ladet euch von dort einen Bootsplash, der für Plymouth geschrieben wurde.

Nachdem ihr die Datein heruntergeladen habt müsst ihr sie entpacken und in das Verzeichnis: /lib/plymouth/themes verschieben (Root-Rechte benötigt). Sobald die Datein dort liegen öffnet ihr ein Terminal und tippt folgenden Code ein (Achtung: Tragt den Namen des Themes ein, welches ihr heruntergeladen habt)
1.
Code: Select all
sudo update-alternatives --install /lib/plymouth/themes/default.plymouth default.plymouth /lib/plymouth/themes/[name des themes]/[name des themes].plymouth 200

2.
Code: Select all
sudo update-alternatives --config default.plymouth


Wenn ihr eine Auswahl getroffen habt ruft ihr wieder das initramfs-Tool auf
3.
Code: Select all
sudo update-initramfs -u -k all


Bild ist mit beispielhaftem Bootsplash.

Image

6.3. Und wie deaktiviere ich Plymouth nun ganz, wenn ich den nicht brauche?
Dies ist relativ einfach.

Man öffnet ein Terminal und wechselt in das Verzeichnis: /etc/default. Dort liegt eine Datei mit dem Namen grub.

Diese sollte man mit Root-Rechten und einem Texteditor öffnen (z. B. mit Gedit) und dann die Zeile: GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash" bearbeiten und daraus folgendes machen: GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="noplymouth". In Linux Mint 17 kann man zwischen den Anführungszeichen sogar leer lassen. Das sieht dann so aus: GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="".

Nachdem man das gemacht hat, speichert man die Datei und landet wieder im Terminal. Dort muss man mit Hilfe von
Code: Select all
sudo update-grub

die Änderung noch mitteilen und schon zeigt die Änderung Wirkung. Man sieht dann beim Starten textuell was alles geladen wird und wo eventuell sogar Warnung angezeigt werden.

Image Image

6.4. Wie kann ich eigentlich den Mauszeiger, Ordner-Icons usw. ändern?
Diese Bereiche sind in Linux Mint alle unterschiedlich verteilt.

Man wechselt in die Einstellungen -> Themen und sieht dort eine Auswahl von Themes. Entweder man drückt dann auf den Tab "Herunterladen" und zieht sich das ganze Paket vom Server oder sucht sich auf dieser Seite ein passendes aus.

Heruntergeladen, entpackt muss die Datei mit Root-Rechten in den Ordner /usr/share/themes verschoben werden.

Man wechselt in die Einstellungen -> Themen -> Andere Einstellungen. Dort sieht man viele Auswahl-Dropdown-Menüs. Um dort neuen Inhalt hinzubringen muss man folgendes wissen:

- Die Steuerung verändert sich sobald man GTK-Themes hinzufügt.
- Die Symbole verändern sich sobald man Icons hinzufügt.
- Der Fensterrahmen veränert sich sobald man Metacity-Themes hinzufügt.
- Der Mauszeiger verändert sich sobald man X11-Cursor-Themes hinzufügt.

GTK-Themes | Metacity | Icons | X11-Cursor-Themes

Wenn man seine Auswahl getroffen hat muss man die Datein noch in die richtigen Ordner schieben.

Vorher sei noch gesagt: Viele GTK-Themes bieten die Möglichkeit Steuerung und Fensterrahmen in einem zu ändern.

Alle Verschiebungen müssen mit Root-Rechten erfolgen.

- GTK-Themes gehören in den Ordner /usr/share/themes.
- Symbole gehören in den Ordner /usr/share/icons.
- Fensterrahmen gehören in den Ordner /usr/share/themes.
- Mauszeiger gehören in den Ordner /usr/share/icons.

Am Rande sei noch erwähnt: Wer den MDM-Displaymanager (das Loginfenster ändern will) muss sich MDM-Themes organisieren, entpacken und in den Ordner /usr/share/mdm/themes verschieben. Wer HTML5-Themes nutzen möchte muss diese in den Ordner /usr/share/mdm/html-themes verschieben.

6.5. Wie kann ich ein PPA hinzufügen?
Das ist ganz einfach.

Man geht auf die Seite des Launchpads, sucht sich das entsprechende PPA heraus (z. B. Firefox-Beta) und fügt dieses über folgenden Code dem System hinzu
Code: Select all
sudo add-apt-repository ppa:mozillateam/firefox-next


Danach muss man dem System die Änderung über
Code: Select all
sudo apt-get update


mitteilen.

Sollte es einmal Probleme geben (PPA down, nicht mehr vorhanden, etc.), so wechselt man per Terminal in den Ordner: /etc/apt/sources.list.d Dort gibt es dann eine Datei die genau wie euer PPA heißt und auf .list endet. Über den nachfolgenden Terminal-Befehl kann man diese Datei dann löschen
Code: Select all
sudo rm [name-einsetzen].list


und führt nochmal
Code: Select all
sudo apt-get update


aus. So habt ihr dann das fehlerhafte PPA entfernt.

6.6. Gibt es irgendwie eine aktuelle Kernel-Version?

Unter Linux Mint 17 hat man die Möglichkeit ein Paket zu installieren, dass den derzeit aktuellen Kernel aus der verwendeten Kernel-Reihe installiert.

Das bedeutet in diesem Fall, dass Linux Mint 17 mit dem Kernel 3.14.0-24 läuft. Der aktuelle Kernel der 3.14-Reihe ist jedoch 3.11.0-29. Diesen rüstet ihr nach mit folgendem Paket

Code: Select all
sudo apt-get install linux-generic


So werdet ihr immer mit Aktualisierungen aus eurer Kernel-Reihe versorgt. Wie man auf einen höheren Kernel wechselt wird hier jedoch nicht beschrieben. Diese "Versionssteigerungen" eurer Serie enthalten eigentlich nur sehr kleine Änderungen (Bugfixes, etc.).

6.7. Muss ich Linux Mint eigentlich defragmentieren?
Einfache Antwort: Nein.
Grund: Das Dateisystem (ext) speichert die Datein nicht in Blöcken (Fragmente) auf der Festplatte ab, wie das Dateisystem NTFS das tut. Deswegen wird ein Linux-System auch nach jahrelanger Nutzung niemals langsamer.

6.8. Brauch ich ein Virensystem?
Einfache Antwort: Nein.
Grund: Es gibt keine Viren für Linux. Die Grundstruktur des Betriebssystems selbst erlaubt es Viren nicht so leicht sich zu verbreiten. Stichwort: Man ist niemals - wie unter Windows üblich - dauerhaft Admin.

6.9. Muss ich "Datenmüll" entfernen"?
Einfache Antwort: Nein.
Grund: Wiedermal das Dateisystem. Allerdings, wer es nicht lassen kann: Es gibt ein Tool namens Bleachbit. Dieses erlaubt es "Datenmüll" von den Festplatten zu entfernen.

6.10.Und wie Pflege ich mein System?
Regelmäßig sollte dieses Konstrukt ausgeführt werden

Code: Select all
sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade && sudo apt-get dist-upgrade


Das reicht eigentlich vollkommen aus um das System aktuell und geschützt zu halten.

6.11. Kann ich Google Chrome installieren?
Ja, das geht ohne Probleme. Man öffnet einfach die Seite von Google Chrome und ladet das .deb-Paket herunter. Da auf dem System Gdebi vorinstalliert ist, wird die Installation bei einem Doppelklick auf die Datei installiert. (Geheimtipp für alle, die einen fest in den Browser eingebauten Flashplayer suchen. Funktioniert ohne Probleme.) Wer keine propritäre Software auf seinem System mag, der kann auch die freie Alternative Chromium verwenden. Diese ist allerdings ohne alle Funktionen, die Google nachträglich in den Browser eingebaut hat.

Diese installiert man über das Terminal mit
Code: Select all
sudo apt-get install chromium-browser


7. Weiterführende Links (Einschätzung basiert auf persönlicher Erfahrung/Meinung)

Bugs, PPAs, usw: Launchpad
Linux-Nachrichten: Pro-Linux

Sehr Gutes Wiki: Ubuntuusers - Wiki
Sehr Gutes Forum: Dieses Forum hier

Gutes Forum: Ubuntuusers - Forum (hauptsächlich zum Lesen)

Eher durchschnittliches Forum: Linuxmintusers - Forum

Schlechtes Wiki: Linuxmintusers - Wiki

Version: 1.0
Stand: 14. Juni 2014
Auflage: 1. Auflage,
deutsche Originalfassung
Lizenz: CC-by-sa 3.0/de


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Beste Grüße,
andklein
Last edited by xenopeek on Sat Jun 14, 2014 5:20 pm, edited 1 time in total.
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