Lässt München Linux fallen? SZ-Artikel gelesen?

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Moderator: karlchen

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expat_tony
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Lässt München Linux fallen? SZ-Artikel gelesen?

Post by expat_tony »

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/mue ... -1.2090611

Aber warum kommt bei mir das Gefühl hoch, dass der wahre Grund fürs Umdenken eher im letzten Paragraf zu finden ist, als in der Leistung des Linux-Systems?

Für eure Freunde im Ausland ist eine englische Übersetzung hier zu finden

http://forums.linuxmint.com/viewtopic.php?f=61&t=175886
py-thon
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Re: Lässt München Linux fallen? SZ-Artikel gelesen?

Post by py-thon »

Der Titel müßte eigentlich korrekt lauten: "Münchener Politiker wollen Steuergelder veruntreuen", denn man hat festgestellt,
"dass der Datenaustausch nicht richtig funktioniere, weil viele Bürger und fast alle Behörden außerhalb Münchens auf Microsoft-Anwendungen setzen. Diese hätten aber Probleme, Dateien zu lesen, die mit Open-Source-Software erzeugt wurden."
Im Klartext: Microsoft-Produkte haben funktionale Defizite.
Die Kritik an Linux kommt aus der Politik, nicht aus der Verwaltung und was ein echter Poltiker sein will, der findet immer einen Grund massig Steuergelder für teure, schlechte Lösungen zu verbraten.
Tower: Sparky 64 bit Mate+mintmenu - Netbook: Sparky 32 bit Mate+mintmenu
expat_tony
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Re: Lässt München Linux fallen? SZ-Artikel gelesen?

Post by expat_tony »

@py-thon
Ich rieche ein anderes Delikt als Veruntreuung.
Microsoft zieht 2016 nach München um, wird Gewerbesteuer-Zahler.
Was würden die sich wohl im Gegenzug wünschen?
Wer scheint, dem Artikel nach, den Sprecher für die Anti-Linux-Bewegung zu spielen?

Mehr sag' i ned.
expat_tony
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Re: Lässt München Linux fallen? SZ-Artikel gelesen?

Post by expat_tony »

Heute auf heise.de
http://www.heise.de/open/meldung/Linux- ... 62506.html
Es sieht aus, als ob sich das Fußvolk im Stadtrat von der Obrigkeit hintergangen fühlt und zurückschlägt.
Ergebnis also eher offen. Hoffentlich hat die SZ gute Insider-Quellen, damit die Debatte wenigstens transparent bleibt.
expat_tony
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Re: Lässt München Linux fallen? SZ-Artikel gelesen?

Post by expat_tony »

Das es in der Verwaltungs-Politik auch anders geht, zeigt dieser Artikel auf consortiuminfo.org. Bitte entschuldigt Deutsch-Fehler ber der Übersetzung

UK Cabinet Office macht ODF zum alleinigen Standard-Format für Dokumenten-Austausch

Dienstag 22. Juli 2014 - Englisches Original von: Andy Updegrove

Das UK Cabinet Office ( = Bundeskanzleramt ) hat heute erreicht, was vor zehn Jahren der US-Staat Massachusetts erfolglos versucht hat: es fordert offiziell die Einbindung des Open Document Formats (ODF) in jede künftige Software-Beschaffung durch britische Regierungsstellen. Die Kompatibilität mit einer der bestehenden Versionen von OOXML, das konkurrierende und von Microsoft bevorzügte Dokumentenformat, sei weder erforderlich noch relevant. Dies gab heute der Leiter des Cabinet Office, Minister Francis Maude, bekannt.

Künftig muss jedes Dokument, das für den breiten Zugang bestimmt bzw. in Zusammenarbeit produziert wird, die ODF-Standard einhalten. PDF / A- oder HTML-Compliance wird für öffentlich einsehbare Regierungsdokumente erforderlich sein. Die Entscheidung ist das Ergebnis eines langen Konsultationsverfahrens unter sehr reger Beteiligung der Öffentlichkeit – insgesamt über 500 Kommentare sind eingegangen.

In der Bekanntmachung wird festgestellt, dass nach Übernahme dieser offenen Standards durch alle Ministerien:

• Bürger/Innen, Unternehmen und gemeinnützige Organisationen keine Spezialsoftware mehr brauchen, um Regierungsdokumenten zu öffnen oder damit zu arbeiten
• Beschäftigte der Regierung in der Lage sein werden, Dokumente stets im gleichen Format untereinander auszutauschen und zu bearbeiten, um Probleme bei unterschiedlichen Formaten zu umgehen
• Regierungsbehörden in der Lage sein werden, geeignete und kostengünstige Anwendungen zu wählen, in der Annahme, dass ihre Dokumente für Menschen innerhalb sowie außerhalb der Regierung zugänglich sind

Bei der Entscheidung, der Microsoft sich stark widersetzt hatte, widerspiegelt das Cabinet Office die Politik der Regierung, gleiche Wettbewerbsbedingungen für Lieferanten egal welcher Größenordnung zu schaffen und damit auf Kurs zu bleiben, bis 2015 kumulative Einsparungen von 1,2 Milliarden Pfund für Bürger, Unternehmen und Steuerzahler zu ermöglichen.

Der Einsatz von ODF-kompatibler Software durch Zehntausende britische Regierungsangestellte soll für Microsoft 'Anreize bieten', um mehr als bisher sicherzustellen, dass Dokumente in ODF-Formatierung mit größerer Integrität gespeichert werden können, zumal mehrere Open-Source Office-Suiten (wie LibreOffice und OpenOffice) kostenlos zur Verfügung stehen.

Ob andere große Nationen Großbritannien folgen werden, bleibt abzuwarten. Aber viele andere europäische sowie einige nicht-europäischen Länder suchen nach Möglichkeiten, ihre Abhängigkeit von Microsoft-Produkten zu vermindern, um so bessere Ausgangsbedingungen für ihre eigenen Software-Industrie zu schaffen, die Beschaffungskosten zu senken, und konsequenter das Prinzip der Offenheit bei der Beschaffung zu befolgen.
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